Tag-Archiv | Stille

Wie ich zur Arbeit mit Klang kam

Manchmal werde ich gefragt „wie bist Du denn zu Deiner Arbeit mit dem Klang gekommen?“
Welchen Beruf übtest Du früher aus?

In meinem früheren Beruf war ich über 35 Jahre lang in der IT eines Großunternehmens beschäftigt. Eine Tätigkeit, die ich gerne ausübte und die mich erfüllte. Sie unterlag einem stetigen Wandel. Das Arbeitsumfeld und die Aufgabengebiete veränderten sich immer wieder. Zusammenarbeit mit ganz unterschiedlichen Menschen, unterwartete Situationen meistern, hohe Belastungen bewältigen, Verantwortung übernehmen: mit solchen Anforderungen lernte ich umzugehen. Daneben hatte ich aber auch Möglichkeiten des Ausgleichs, wie die Musik.

Schon als junger Mensch spürte ich deren positive Wirkung. Viele Jahre spielte ich Trompete in Posaunenchören. Fernöstliche Lebensphilosophien faszinierten mich. Ab und zu begegnete mir das Wort „Tibetische Klangschale“. Es berührte mich, ohne zu wissen warum, erreichte mein Unterbewusstsein und blieb dort, bis der Zeitpunkt reif war, sich zu offenbaren.

Während eines Besuchs bei Freunden kam der entscheidende Impuls: „Ich könnte mir bei Dir etwas mit Klangschalen vorstellen“ Ja, das war es! Eine Internet-Recherche lieferte viele Informationen. Ich fand verschiedenste Methoden wie man Klangschalen anwenden kann. Die Beschreibung zur Klangtherapie nach Walter Häfner® hat mich am meisten angesprochen.

Für mich stand bald fest, einen neuen Weg zu beschreiten. 2007 ließ ich mich ausbilden und arbeitete damit neben meinem Hauptberuf als IT-Projektleiter. Einzelsitzungen und Klangerlebnisse für kleine Gruppen. Zuerst im Freundeskreis, später dann für die Menschen, die mich fanden.

Eine neue Zeit begann. Tagsüber IT-Mensch, dann Klang-Mensch. Handeln in unterschiedlichen Ebenen, wie in einer parallelen Welt. Eigenschaften wie Einfühlungsvermögen, Intuition, Achtsamkeit, Flexibilität oder Offenheit entwickelten sich in beiden „Arbeitswelten“. War ich großem Stress und hohen berufliche Anforderungen ausgesetzt, konnte ich dies immer gut mit Klang ausgleichen und mich wieder regenerieren. Mit der Zeit manifestierte sich der Wunsch, die IT-Arbeit zu reduzieren, um mehr Zeit für den Klang zu erhalten.

Es sollte anders kommen. Die Insolvenz meines Arbeitgebers konfrontierte mich mit grundsätzlichen Überlegungen: weiter im IT-Geschäft bleiben oder Plan „B“ umsetzen? Nach mehr als einem Jahr ohne Arbeit wurde im Frühjahr 2011 meine Berufung zum Beruf.

Die Begegnungen mit Menschen berühren und bereichern. Es ist ein sich immer wieder Einlassen auf den Augenblick, ein sich Öffnen für Veränderung und Entwicklung. Dieses neue Heute dauert nun schon einige Jahre an. Ich stehe mitten im Strom eines Lebens, der erfüllt, mich trägt, mir Raum lässt, mich bewegt. Der meine Zeit verändert, sie ausdehnt oder enger werden lässt. Eine Zeit, die Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart zugleich bedeutet.

 

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Meditation und Klang

Mein Weg zur Meditation
Meditation übte für mich schon immer eine besondere Ausstrahlung aus. Auch die Faszination der asiatischen Länder, in denen ich den Ursprung von Meditation sah. In jungen Jahren war dies für mich eine geheimnisvolle, fremde Welt. Sie blieb erst einmal in diesem „Zustand“. Dazu schlummerte das Thema „östliche Spiritualität“ viele Jahre im Hintergrund meines Lebensweges.

Im Lauf der Zeit gelangte ich in unregelmäßigen Abständen zu Meditationserfahrungen. ZEN-Meditation im VHS-Kurs, ein Wochenende in sitzender und schweigender Meditation. Erfuhr, dass so manches meditativen Charakter hat, was auf dem ersten Blick nicht danach aussah. Monotoner Rhythmus, Gleichklang von Atem und Bewegung. Joggen ist so ein Beispiel. Oder Gartenarbeit. Sogar Hausarbeit kann meditativ sein, wenn sich die richtige Geisteshaltung dazu einstellt. Über Yoga gelangte ich dann intensiver auf meinen Meditationsweg.

Wie wirkt Meditation?
Regelmäßiges Meditieren wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Wer meditiert, dem geht es besser. Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien belegt dies. Hier einige Beispiele (ohne Gewähr der Vollständigkeit, Quelle: Akademie Gesundes Leben):

  • Man wird leistungsfähiger
  • Erhöht die Denkfähigkeit
  • Frequenz der Gehirnwellen wird langsamer
  • Beruhigende Botenstoffe erhöhen sich
  • Verbesserung der Organfunktionen
  • Geringere Neurologische Erkrankungen
  • Senkt Bluthochdruck
  • Stärkt die Immunabwehr

Welche Erfahrungen habe ich gewonnen?
Jeder Tag, den ich mit Meditieren (und auch mit Yogaübungen) beginne, ist ein kraftvoller Tag. Spätabends üben, verschafft es mir am nächsten Morgen ein Gefühl, die ganze Nacht wie im Tiefschlaf gewesen zu sein. In der Zeit meiner Meditationsausbildung führte ich ein Meditationstagebuch. Hier einige Eindrücke aus den aufgeschriebenen Zuständen nach der Meditation:

  • fühle eine tiefe Ruhe in mir
  • bin richtig erfrischt
  • spüre tiefen inneren Frieden
  • war erfüllt von Freude und Licht
  • aufgeladen mit viel Energie

Pater Michael Bauer schreibt in seinem Buch „Die Seele läuft mit“ über die Meditation, „… dass man unter die Oberfläche des eigenen Lebens schauen kann…“. Er empfiehlt, alltägliche Bewegungen, stehen, gehen, sitzen, liegen oder laufen für die Meditation zu nützen. Diese ganzheitliche Betrachtung kann ich nur bestätigen. Es ist ein Übungsweg, der in die Achtsamkeit führt. Gerade draussen in der freien Natur bieten sich viele Möglichkeiten dazu.

Meditation und Klang
Viele der Wirkungen, die durch Meditation erzielt werden können, sind auch mit Klangtherpie möglich. Beide Methoden ergänzen sich wunderbar. Eine Klangschale in der ausgestreckten Hand gehalten, monoton angespielt und die Aufmerksamkeit auf das Atmen und Hören gerichtet – dies ist eine effektive Möglichkeit Alltagsgedanken hinter sich zu lassen. Sich ohne eigenes Üben in einen Entspannungszustand zu bringen. Eine einfache Methode zur Selbstprävention. Alleine dem Verklingen einer Klangschale nachhören und nachspüren, hat für sich schon einen hohen meditativen Charakter.

In meinen Klangseminaren und Workshops meditieren wir mit den Klanginstrumenten. Ich bezeichne sie auch als Klangkörper. Mit Klangschalen und kleinen Gongs (diese Gongs habe ich selbst geschmiedet, dazu gibt es einen Artikel in diesem Blog). Monoton angespielt, mal lauter aber auch so leise, wie es dem Einelnen gerade möglich ist. Intuitiv oder nach bestimmten Mustern. Im Kreis der Teilnehmer*innen, oder im Raum verteilt. Jedesmal verbinden sich die Klänge mit den Menschen, mit dem Raum. Es ensteht ein Gefühl der Einheit.

Klänge helfen sich zu öffnen, damit der Meditation Raum gegeben werden kann. Klang nach einer Meditation kann uns in eine ganz andere Tiefe bringen und Erfahrungen aus der Meditation weiter führen.

Draußen meditieren
Sicher hast Du schon erfahren, wie entspannend und regenerierend der Aufenthalt in der Natur sein kann. Der Wald ist für mich dazu eine wichtige Quelle. Manchmal meditiere ich unter einer kraftvollen, alten Buche. Halte die Augen geschlossen. Mein Ohr nimmt die Waldgeräusche auf. Ich konzentriere mich auf das Atmen.

Dabei verbinde ich mich mit …

… mit der Erde, auf der ich sicher stehe,
… mit dem Himmel über mir,
… mit der Natur um mich herum,
… mit mir selbst.

„Waldbaden und Klang“
Ein eigenes Format, um mit meditativen Elementen der Bewegung, Achtsamkeit und Klängen ganz tief in die Natur einzutauchen. Draußen kommen wir mit dem höherem Energiefeld des Waldes in Kontakt. Bringen Körper und Seele in einen Einklang. Weitere Informationen dazu finden Sie auf meiner Website

Klangerlebnis

Klangerlebnis, was ist das?
Klangerlebnis bedeutet, Klangschalen, Gongs und andere obertonreiche Instrumente in einer Gruppe zu erleben. Der Begriff stammt von Walter Häfner, dessen Klangtherapiesystem für Einzelpersonen ich anwende. Das Klangerlebnis habe ich speziell weiterentwickelt, um es für ganz unterschiedliche Zielgruppen individuell anzubieten. Es ist ein wichtiger Baustein meiner „Klangarbeit“. Folgende Formate sind möglich:

  • Klangerlebnis als Einzelevent
  • Integriert in Workshops und Seminaren
  • Teil bei Vorträgen im Themenbereich Entspannung/Prävention
Die Dauer eines Klangerlebnisses und der Umfang des Settings richten sich nach den jeweiligen Anforderungen. Zum Beispiel 20 Min., 30 Min. oder auch länger. Maximale Anzahl Teilnehmer: ca. 25.

Im Gegensatz zu einer Klangbehandlung, bei der eine Person mit Klangschalen, die sich auf und um den Körper befinden, bespielt wird, liegen hier die Teilnehmer im Raum. Die Klanginstrumente befinden sich an einer zentralen Stelle. Eingesetzt werden, je nach Format, verschiedenste Klangschalen, große oder unterschiedliche kleinere Gongs, ein Monochord und eine Klangpyramide aus Bergkristall, oder weitere Obertoninstrumente.

Beispiel eines Klangerlebnisses als Einzelevent (Dauer ca. 60 Minuten):
Es klingt jedesmal anders und wird von Personen, die es wiederholt erleben, oft auch unterschiedlich wahrgenommen. Ich habe zwar ein bestimmtes Spielsystem, die Ausführung, also wie lange und in welcher Intensität und Dynamik die einzelnen Abschnitte gestaltet werden, richtet sich immer nach den anwesenden Menschen. Hier gilt es, hineinzuspüren und zu erfühlen, was erforderlich ist. Jeder bringt ja seinen eigenen Hintergrund mit, sein aktuelles Tagesgeschehen, konnte sich vielleicht schon auf den Klang einstellen oder ist noch mit seinem Alltag beschäftigt.

Manchmal zeigt sich dies auch beim Spiel. Bei einer homogenen Gruppe entfalten Klangschalen und Gongs schnell ihre Wirkung. Es kann aber auch sein, dass die Schalen anfangs nicht so fein klingen wie sonst. Der Tonraum eines Gongs mag sich blockiert anfühlen. In solchen Momenten richte ich meine Aufmerksamkeit besonders auf diese Situation. Bisher hat sich solch ein „Blockadezustand“ immer aufgelöst und Leichtigkeit zog ein. Diese Erfahrung zeigt, dass alle Beteiligten, die Teilnehmer, die Instrumente und ich selbst miteinander in Resonanz gehen. Auch der Raum ist Teil dieses Resonanzkörpers.

Wie spiele ich?
Manchmal beginne ich mit einem besinnlichen Text oder einer kleinen Meditation. Bei Bedarf erkläre ich kurz die Instrumente und führe sie auch vor. Dies ist hilfreich zum Ankommen und Kennenlernen. Erste Töne aus den großen Gongs, den Zimbeln und der Tibetischen Tempelglocke, sphärische Klänge des Monochords nehmen die Aufmerksamkeit mit, richten sie nach Innen.

Der Hauptteil des Klangerlebnisses besteht aus mehreren Spielabschnitten mit den großen Gongs, denen jeweils Phasen mit Klangschalen folgen. Klangschalen „besänftigen“, was die starken Schwingungen der Gongs berühren konnten. Man kann sich dies auch wie Wellen vorstellen. Wellen der Klangenergie. Kleine folgen den großen nach. Die Gongs spiele ich ganz unterschiedlich. Von intuitiv bis hin zu genauen Rhythmen, deren Tempo ich normalerweise stark reduziere. Dabei wird sozusagen die Essenz eines Rhythmus erfahrbar.

Die Klangpyramide aus Bergkristall ist ein ganz wichtiger Bestandteil. Einen Artikel  dazu finden Sie auch in meinem Blog.  Bei diesen Klängen meine ich oft, die Zeit entschleunigt sich, steht still. In solch einem Moment formte sich in mir ein kleines Gedicht:

Für eineinhalb Sekunden
Blieb meine Zeit
Eine Unendlichkeit stehen.

Das Finale, sozusagen, bestimmen 3 Gongs, die monoton der Reihe nach gespielt werden. Es bildet sich nochmals große Energie, die den ganzen Raum erfüllt. Das Monochord übernimmt dann die Rolle der „Beruhigung“. Es ist, als würden sanfte Wellen an ein Ufer anschlagen und langsam verebben.

Danach folgt für einige Minuten Stille. „Die Stille nach dem Klang“. In der indischen Tradition wird sie „Anahada Nada“, der klanglose Klang, genannt. Der kosmische Klang, der in uns klingt, wenn wir die äußere Ablenkung hinter uns lassen und in die Stille in uns hineinhören.

Gerne wird die Möglichkeit wahrgenommen, sich hinterher über Erfahrungen und Beobachtungen auszutauschen. Manchmal ist aber auch Ruhe gewünscht, dann stehe ich für Rückmeldungen auch gerne später zur Verfügung.