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Monochord

Aus der Historie
Das Monochord (=Einsaiter) war ursprünglich ein mit einer Saite bespannter viereckiger Kasten, auf dem ein verschiebbarer Keil aufgebracht war. Pythagoras untersuchte damit in der Antike Zusammenhänge der musikalischen Harmonik. Der Legende nach entdeckte er in einer Schmiede den unterschiedlichen Klang verschieden langer Eisenstäbe im Vergleich zueinander.

Auf dem mit der Saite bespannten Kasten fand er heraus, dass bei Unterteilung der Saite nach ganzzahligen Teilungsverhältnissen harmonisch klingende Tonabstände zu hören waren. Aus diesen Erkenntnissen heraus entstand die Theorie der Konsonanz.

Mit „Konsonanz“ bezeichnet man in der Musik einen Wohlklang, d.h. Intervalle und Akkorde werden als in sich ruhend und nicht auflösungsbedürftig empfunden.

Teilungsverhältnisse
Werden zwei gleich gestimmte Saiten eines Monochords nacheinander angespielt, erklingen beide in der gleichen Tonhöhe. Dieses Intervall ist die Prime. Im Vergleich der Saitenlänge mit der Tonhöhe ergibt sich ein Saiten- und Frequenzverhältnis von 1:1.

Schiebt man nun den Keil unter die 2. Saite und zupft links und rechts davon an, klingen die Abschnitte unterschiedlich zur 1. Saite (Grundton). Je nach Auflagepunkt reicht das Empfinden von disharmonisch bis harmonisch.

Werden die Auflagepunkte so gewählt, dass sich ganzzahlige Teilungsverhältnisse ergeben, erhält man eine Reihe von harmonischen Tönen, die der natürlichen Folge in der Obertonreihe entspricht, also Oktave, Quinte, Quarte usw., immer in Relation zum Grundton.

Die zweite Saite genau in der Mitte unterteilt, ergibt im Vergleich zum Grundton die Oktave. Die Saitenlänge hat sich halbiert, die Tonhöhe (= Frequenz) schwingt doppelt so schnell. Hier ist das Verhältnis nun 1:2

Teilungsverhältnise

 

 

 

Teilt man die Saite in 3 gedachte Teile und schiebt den Keil auf das erste Drittel erhält man im Vergleich zum Grundton die Quinte und ein Verhältnis von 2:3.

Bei einer Viertelung der Saite (Keil auf das erste Viertel): Quarte, das Verhältnis lautet: 3:4.

Die Fünftelung (Keil auf das erste Fünftel) ergibt die große Terz, die Sechstelung die kleine Terz usw.

Es lässt sich auch wunderbar erkennen, wie unsere Sinne mit Sehen und Hören reagieren. Wer kann schon ganz genau die Abstände dieser Teilungsverhältnisse mit dem Auge festlegen? Das Ohr jedoch nimmt exakt wahr, wenn der richtige Abstand (= harmonischer Intervall) gefunden wurde.

Monochord heute
Vereinfacht betrachtet, ist ein Monochord ein Holzkasten mit einer Anzahl Saiten, die gleich gestimmt und gleich lang sind. Eigentlich ist es ein Vielsaiter (Polychord). Da in der Regel alle Saiten auf einen Ton gestimmt sind, spricht man wieder vom Monochord.

Es wird eingesetzt im therapeutischen Kontext, in der meditativen Musik und auch im privaten Umfeld. Gerade hier ist dieses leicht zu spielende Instrument wunderbar geeignet, Stress und Hektik zu verlassen und in einen Raum von Klang einzutauchen, eine innere Stille zu finden.

Für Monochordbesitzer oder Interessenten, die mehr darüber erfahren und ihre Spieltechnik vertiefen möchten, biete ich einen Workshop „Grundlagen Monochordspiel“ an. Weitere Informationen dazu auf meiner Website.

Monochorde gibt es in vielfältiger Ausprägung: Als Steh- oder Liegemonochord, als Körpermonochord zum Auflegen. Einseitig oder beidseitig bespannt. In Form von Klang-Liegen, – Wiegen oder – Stühlen. Als kombiniertes Instrument mit Koto und Tambura. Jeder Monochordbauer hat seine eigene Vision bezüglich Klang, Material und Optik.

Streicht man mit den Fingern über die gleich gestimmten Saiten, entsteht ein weiter obertonreicher Klang. Da es fast nicht möglich ist, alle Saiten ganz exakt gleich zu stimmen, entstehen kleinste Unterschiede, Überlagerungen und Interferenzen in den Tonhöhen zwischen den einzelnen Saiten. Gleichzeitig gehen die Saiten miteinander in Resonanz.

Dabei zeigt sich das reiche „Innenleben“ eines Tones. Wenn eine Saite schwingt, dann schwingt nicht nur die ganze Saite. Sie schwingt auch in der doppelten Hälfte (Oktave), im dreifachen Drittel (Quinte), im vierfachen Viertel (Quarte) usw. All diese Teilschwingungen (Obertöne) schwingen miteinander. Es entfaltet sich gleichsam der Innenraum eines Tones.

Die meisten Menschen empfinden den Klang eines Monochords als sehr entspannend. Er wird oft als ein sphärischer Klang wahrgenommen. Ich selbst benutze eine Klangliege und Monochord. Auf der Klangliege ist oft ein Gefühl des Schwebens und Getragenwerdens möglich. Eine mehrdimensionale Erfahrung. Mit Hören und gleichzeitigem Spüren der, von den angespielten Saiten ausgehenden Vibrationen, ist es eine unmittelbare körperliche Erfahrung.

Das Monochord setze ich zum Ende einer Klangsitzung ein. Die feinen Klänge haben eine beruhigende und zugleich erdende Wirkung. Sie bilden eine Überleitung in die Stille nach dem Klang. Ein ganz wertvoller Raum für eigene Erfahrung.

Wie klingt mein Monochord?

Hörbeispiel    Film

 

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Als ich meine ersten Gongs selbst fertigte

Gongs sind ein zentraler Bestandteil der Instrumente bei der Klangtherapie nach Walter Häfner®. Seit 2007 arbeite ich damit. Sie begeisterte mich und brachte tiefe Einblicke in die vielschichtige Wirkungsweise von Klangschalen und Gongs.

Mit der Zeit entwickelte ich zu meinen Instrumenten eine besondere Beziehung. Beim Spiel verbinde ich mich mit den Klängen, schwinge mit. Gehe in Resonanz. Je mehr ich spielte, desto größer wurde ihr Klangvolumen, ihre Klang-Energie. Vor allem bei den Gongs. Ich möchte sie als „Klangelemente“, ja sogar als „Klang-Wesen“ bezeichnen. Während des Spiels habe ich oft das Gefühl, an bestimmten Stellen anschlagen zu sollen. Stellen mit stärkerer Energie oder solche mit mehr Obertönen. Es ist wie ein Dialog.

So lag es nahe, tiefer in diese Welt der Gongs einzusteigen. Ich machte mich auf die Suche nach einem Lehrer, um mein Gongspiel zu vertiefen, um ihm neue Impulse geben zu können.

Zuerst fand ich allerdings ein Seminar zum Bau von Gongs. Diese selbst fertigen, sich mit dem Material auseinander zu setzen, bis Klänge hörbar werden. Dies erschien mir spannend, ein richtiger Prozess des Schaffens und Werdens. So fuhr ich für ein Wochenende zum Instrumentenbauer Christof Linhuber in die Nähe von Heidelberg.

Mit einigen anderen, zum Teil auch ungeübten „Gongbauern“, fand ich mich in einer Metallbauwerkstatt ein. Mit dem Werkstoff Metall hatte ich bisher noch nicht gearbeitet. Daher war ich sehr neugierig, ob es mir gelänge, einen klingenden Gong fertigen zu können.

Christof zeigte uns zuerst die zur Verfügung stehenden Metalle. Drei Varianten standen zur Verfügung: Bronze, Messing und Neusilber, in Form langer Blechstreifen aus dem Walzwerk und in unterschiedlichen Stärken. Interessant waren die Informationen über die Eigenschaften und Qualitäten der Metalle. Für mich wichtig für die Auswahl des Materials.

Vor der praktischen Arbeit wurden die Arbeitsschritte erläutert:
Metallscheibe mit einer Hebelschere ausschneiden – Rand glatt feilen – die Scheibe mit einem Gasbrenner vorwärmen und dann zum Glühen bringen – abkühlen lassen – hämmern, hämmern, hämmern… dann sollte der Gong klingen.

Einfach – oder?

Das Metall auswählen und die Größe festlegen:
Mein erster Gong sollte aus Messing sein. Für mich reichten als Einstieg erst mal 30 cm. „Wiederholungstäter“ wagten sich an 60cm.

Die Metallscheibe ausschneiden:
die Hebelschere war durchaus schwierig zu handhaben. Christof half zum Glück nach und schon bald hatte ich eine runde Metallscheibe in der Hand. Es galt nur noch den …

… Rand glatt feilen:
ein Metallzirkel hatte einen kreisrunden Rand eingeritzt. Jede Menge überstehender Grate und Kanten. Jetzt alles glatt feilen! Ein gutes Gefühl, mit diesem Metall näher in Kontakt zu kommen. Ein erstes Erfolgserlebnis, als nach und nach das Glätten dieser Scheibe immer mehr gelang.

Zum Glühen bringen:
vor dem Prozess der erneuten Verformung ist es nötig, das Metall aufzuglühen. „Der hohe Druck bei der Herstellung im Walzwerk hinterläßt im Metall besondere Härteverhältnisse, die bei der Bearbeitung mit dem Hammer Haarrisse entstehen lassen können“ wurde uns erklärt.

Das Glühen erfolgt in zwei Schritten:
Zuerst mit dem Gasbrenner langsam am Rand der Scheibe „entlangfahren“. Dies ist die Vorwärmung. Dann erfolgt das eigentliche Glühen. Der Brenner bleibt an einer Stelle, bis sie rot zu glühen beginnt. Dies wiederholt sich Abschnittsweise entlang dem Rand der gesamten Scheibe.

Je nach Legierung zeigen sich Farbmuster auf der Metalloberfläche, welche durch die Hitzeeinwirkung entstehen. Sie bleiben nach dem Erkalten bestehen und geben dem Gong sein individuelles Aussehen. Hier ist eine ruhige Hand wichtig, damit diese Strukturen möglichst gleichmäßig gelingen. Auch sollte die zum Glühen gebrachte Fläche nicht zu weit in die Mitte der Scheibe reichen. Dies würde die Schwingungsfähigkeit des Gongs beeinflussen.

Hier lässt sich sicherlich schon erkennen, dass dieser Arbeitsschritt maßgeblich ist.

Durch das Glühen des Metalls bildeten sich an den verschiedensten Stellen Wölbungen. Meine Gong-Scheibe glich nach dem Abkühlen eher einer Berg- und Talbahn.
Dies galt es nun durch ….

… Hämmern…
wieder zu einer glatten Scheibe werden zu lassen. Hämmern, hämmern, hämmern. Ein Höllenlärm Es ging nur mit Ohrschützern. Und es machte Spaß. Wo hat man schon mal die Gelegenheit, einfach mit einem Hammer draufloszuschlagen? Dies mit einem positiven Gefühl zu verbinden. Obwohl… na ja…

… gezielte Schläge sollten es sein. Mit der Zeit schmerzt der Arm. Hat meine Hand noch genügend Kraft? Soll ich es mal mit Links probieren? In der Gruppe geht alles leichter. Und so glättet sich langsam, was vorher bucklig aussah. Immer wieder wird dieser Arbeitsgang und sein Gelingen in der Gruppe reflektiert, so dass sich aus der Zusammenschau der unterschiedlichen Arbeiten sehr hilfreiche Anregungen ergeben.

Gut, dass Christof immer wieder aushalf. Ein Schlag hier, ein Schlag dort, schon war ein Problem gelöst, auf dass man immer wieder vergeblich drauf schlug. Vor allem, zum Ende hin. Wo ich der Meinung war, es fehlt nur noch bei einer kleinen Wölbung. Ich bekam sie auch schnell glatt, nur dass an anderer Stelle sich die Scheibe wieder hochwölbte. Und dies geschah mehrmals! Geduld und ruhig durchatmen. Ein paar letzte Korrekturen – jetzt passt es!

Der Rand:
eine Spur, mit einem Metallzirkel ca. 10 mm, je nach Größe der Scheibe, vor ihrem Rand eingeritzt, zeigt den „Weg“ für den Hammer. Die Scheibe schräg oder nahezu vertikal auf ein Stück Holz gesetzt, treibe ich mit vielen Schlägen langsam den Rand des Gongs nach oben. Gleichmäßige Schläge, möglichst genau an der vorgezeichneten Stelle – gar nicht so einfach. Der Rand darf nicht zu steil werden, sollte auch nicht zu flach bleiben. Wie den Ausgleich schaffen? Geübte Seminarteilnehmer kriegen dies schon sehr gut hin. Ich gebe mir Mühe, halte inne, erkenne an, dass Übung den Meister macht. Christof hilft auch hier. Der Gong ist fertig.

Der Klang:
zwei Löcher bohren, Schnur verknoten, Gong hochhalten und anschlagen: er klingt!

Die anderen aber auch. Die aus demselben Metall ähnlich, die übrigen heller oder tiefer. Es gibt Unterschiede. Einige Gongs klingen länger nach, bei anderen verebbt ein Ton schneller. So auch meiner. Hier liegt es an dem Rand, der etwas zu flach geraten ist. Nun gilt es die empfundene Unvollständigkeit anzunehmen und sich trotzdem zu freuen.

An diesem Wochenende konnte ich noch zwei weitere Gongs fertigen: Einen Gong mit 30 cm aus Neusilber und einen Bronzegong mit 45 cm Durchmesser.

In einem weiteren Seminar erstellte ich mir noch einen kleinen Gong aus Bronze und einen 45 cm Messinggong ohne Rand. Einen Feng-Gong. Für diesen arbeitete ich einen ganzen Tag lang. Dies war ein besonderer Prozess, der Achtsamkeit, gezieltes Verwenden des Hammers und ein Eingehen auf das Material verlangte.

Jetzt besitze ich 5 selbst gefertigte Gongs. Jeder ist einzigartig, egal wie (un)-vollständig er geworden ist. Meine Energie steckt darin. Es ist eine Freude, sie zu verwenden. Einzeln oder in unterschiedlicher Zusammensetzung. Intuitiv gespielt oder rhythmisch. Dieser Schaffensprozess war eine sehr gute Erfahrung.

Übrigens, einen Lehrer, um mein Gongspiel zu vertiefen, fand ich, als ich meine ersten selbst gefertigten Gongs schon besaß. Rainer Rabus lehrte mich, dass Rhythmus auch etwas mit Mathematik zu tun hat, dass Rhythmik zuerst über den Körper erfahren werden soll und dann diese mit einer ganz anderen Energie und Dynamik auf Gongs oder auch auf Klangschalen gespielt werden kann. Wenn ich einen bestimmten Rhythmus langsam, monoton und mit bestimmten, immer wiederkehrenden, Impulsen spiele, gelange ich an die Essenz dieses Rhythmus.

Messing-Gong, 30 cm

Messing-Gong, 30 cm

Detailansicht Messing-Gong

Detailansicht Messing-Gong

 

 

 

 

 

 

Gong aus Neusilber, 30 cm

Gong aus Neusilber, 30 cm

 

 

 

 

 

 

 

Gong aus Bronze, 30 cm

Gong aus Bonze, 30 cm

 

 

 

 

 

 

 

Feng-Gong, Messing, 45 cm

Feng-Gong, Messing, 45 cm

 

 

 

 

Klangpyramide

Eine Weltneuheit
Der Glasbläser Dieter SchradeKlangpyramide aus Kreuzwertheim ist der Erfinder und Erbauer der Klangpyramiden.

Er berichtet, dass er während eines Aufenthaltes in der Mohowe Wüste in Kalifornien die Idee zum Bau einer klingenden Pyramide aus Bergkristall bekam. Es ist interessant, dass allein die Form der Pyramide, im Maßverhältnis der Cheopspyramide in Ägypten gefertigt, Töne erzeugt. Eine Pyramide mit identischen Seitenlängen brachte nur einen kurzen harten Ton hervor. Ein Tetraeder oder ein Würfel aus demselben Material klingt nicht.

Herstellung und Material (*)
Quarzkristall besitzt – im Gegensatz zu Glas – keinerlei Fließeigenschaften. Sehr hohe Temperaturen (ca. 1900 Grad C) werden zur Verarbeitung benötigt. Bei ca. 2 100 Grad C verdampft das Material zu feinstem Staub. Die Kristallstäbe werden mit einer Diamantsäge exakt zugeschnitten und präzise verschweißt. Danach werden die Außenflächen mit einer eigens dafür hergestellten Schleifmaschine in stundenlanger Arbeit plan geschliffen.

Die Verarbeitung von Quarzkristall erfordert eine langjährige Berufserfahrung. Nach einer letzten Kontrolle erhält die Pyramide ein Warenzeichen und unterliegt dem Copyrightschutz.

Das Material kommt aus Spruce Pine, Carolina, und besteht zu 99,98% aus Quarz Kristall (Sio2). Quarzkristall ist der beste in der Industrie verwendete Speicher von Informationen und wird u.a. in der Computerindustrie und Lichtleitertechnik verwendet.

Die Klangpyramiden bestehen aus reinstem Kristall, nicht zu verwechseln mit „Kristallglas“, welches aus mehreren Komponenten besteht (z.B. Blei, Soda, Natron, Kalk).

Wie wird sie gespielt?
Klangpyramiden werden mit speziellen Schlägeln, ähnlich wie bei einer Triangel, angeschlagen. Ich verwende zwei unterschiedlich große, welche ich als Zubehör zur Pyramide gekauft habe. Jeder Schlägel erzeugt einen anderen Grundton. Dazu erscheint eine Vielzahl von zusätzlichen Tönen, die je nach Stärke des Anschlags in sich selbst unterschiedlich schwingen. Dieter Schrade schreibt, dass zu den messbaren Hauptfrequenzen noch zusätzliche Frequenzen erscheinen, die eher unbewusst wirken, da sie vom Gehör kaum noch wahrgenommen werden können.

Hier finden Sie Hörbeispiele auf der Website von Dieter Schrade. Wer meine Klangpyramide hören möchte: es ist die Pyramide KP 200.

Erfahrungen

„… mir war, als würde der Klang im Gehirn von Links nach Rechts wandern – es war sehr angenehm…“

„…bei der Klangpyramide hatte ich das Gefühl, dass die Energie weggeht. Nach dem Klangerlebnis stellte ich fest, dass es kein Abzug von Energie war. Es war wie eine Auflösung – eine Auflösung meines Körpers. Er war mir nicht mehr wichtig, ich fühlte nur noch mich…“

Diese beiden Rückmeldungen zeigen, dass ganz unterschiedliche Erfahrungen möglich sind. Im Allgemeinen wird der Klang als besonders angenehm empfunden. Ein Klang, den man so nicht für möglich gehalten hat.

Spielt man eine Klangpyramide um eine Person herum an, wird manchmal ein Gefühl wie von aufgehendem Licht, wie eine „Lichtdusche“, empfunden.

Sie ist ein außerordentliches Instrument. Nach meinem Dafürhalten verstärkt sie die Wirkung von Obertoninstrumenten, wie Klangschalen oder Gongs, auf die Reaktion im Gehirn.

Diese Instrumente nennt man auch archaische Instrumente. Sind nicht harmonisch gestimmt, sondern folgen den natürlichen Tönen. Mit dem Anschlagen sind viele Töne, ein ganzer Tonraum hörbar. Der Verstand kann dies nicht zuordnen, da es nicht dem gewohnten Hör-Muster entspricht. Die Gehirnwellenaktivität verändert sich dadurch. Vermehrt werden langsamere Frequenzen, wie Alpha- oder Theta-Wellen erzeugt. Diese ermöglichen das Eintauchen in tiefe Entspannungszustände. Das rationale Denken wird sozusagen in den Hintergrund gerückt, Kontakt mit dem Unterbewusstsein ist möglich. Unsere Aufmerksamkeit verlagert sich von der Außenwelt nach Innen. Im Gegensatz zu anderen Entspannungsmethoden, bei denen diese Wirkung durch regelmäßiges Üben erzielt wird, kann man mit Klang relativ schnell in die Entspannung gelangen

Meine Klangpyramide kommt bei fast allen Klangterminen und Klang-Events zum Einsatz. Beim Highlight der Klangerfahrung, der Klangrotation nach Walter Häfner ®, spielen wir 3 Klangpyramiden gleichzeitig. Feinste Klänge überlagern sich. Der gesamte Raum ist davon erfüllt. Es scheint, dass sie sich erheben und jeden berühren. Manchmal habe ich das Gefühl, die Zeit bleibt einfach stehen. Ich freue mich, dass mir dieses Instrument begegnet ist , dass Dieter Schrade diese klangliche Innovation erfunden hat.

(*) Quellverweis: Website Dieter Schrade

Gongs

Gongs beeindrucken nicht nur klanglich, sondern auch optisch. Sie besitzen eine geradezu magische Ausstrahlung. Viele Besucher meiner Klang-Events reagieren beeindruckt, wenn sie meine Gongs (Tam Tam und Feng-Gong, jeweils 1 m Durchmesser) erblicken.

Geschichte
Gongs gehören mit zu den ältesten Musikinstrumenten Südostasiens. Die genaue Herkunft ist wissenschaftlich nicht belegbar. Die Ursprünge lassen sich bis in 2. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen. Es wird vermutet (Jens Zygar, 1994), dass bereits in der Bronzezeit, also ab ca. 3500 v. Chr., die ersten klingenden Bonzeobjekte als Vorläufer von Gongs entstanden sind. China gilt nicht als Ursprungsland der Gongs. In offiziellen Dokumenten werde sie erst sein 300-500 n. Chr. erwähnt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den gesamten südostasiatischen Raum. Von China, Tibet, Indien bis Japan, Java, Bali, Kambodscha und Vietnam.

Gongs wurden in Tempeln oder als Musikinstrument zu den unterschiedlichsten Zeremonien und Riten gespielt. Aus Indonesien sind die Gamelanorchester bekannt, die ganze Gong-Spiele einsetzen. Der Besitz eines Gongs galt als Zeichen von Wohlstand.

Gongs wurden aber auch bei den Römern und im griechischen Reich verwendet. Aus dem späten Mittelalter sind Signalgongs bekannt.

Einzug in die westliche Musikwelt hielten sie erst im 19. Jahrhundert. Komponisten der klassischen und auch modernen Musik verwendeten Gongs hauptsächlich um dramatische Effekte zu erreichen.

Etwa ab den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts begann man, den Gong als eigenständiges Instrument zu „bespielen“. Reine Gongkonzerte von Musikern wie Jens Zygar oder Johannes Heimrath können als Wegbereiter dafür gesehen werden.

Zunehmend finden sie auch Verwendung in der therapeutischen Arbeit, im Bereich von Meditation und Selbsterfahrung. Ähnlich wie bei Klangschalen sind ihre Verwendungsmöglichkeiten schier unbegrenzt.

Herstellung
Die traditionelle Herstellung erfolgte in Familien, die ihr Wissen von Generation zu Generation weitergab. Diese handwerkliche Tradition nimmt leider immer mehr ab.

Ausgangsmaterial ist eine flache Metallscheibe, entstanden durch einen selbst gegossenen Bronzeguss oder einer bereits fertigen Legierung aus einem metallverarbeiteten Betrieb. Diese Metallscheibe wird im Feuer bis zur Rotglut erhitzt und dann mit eisernen Hämmern bearbeitet. Mehrere Arbeiter schlagen in einem bestimmten Rhythmus auf den Rohling ein. Dabei kommt er immer wieder ins Feuer. Dies geschieht bei großen Gongs bis zu 150 Mal. Danach wird er poliert und verziert. Das Stimmen erfolgt durch gezieltes Hämmern auf den abgekühlten Gong. Hier kommt es auf die Erfahrung, Intuition und Feingefühl des Einzelnen an.

Die Stimmung eines Gongs verändert sich je häufiger er gespielt wird. Er entfaltet seine Kraft und Energie erst mit der Zeit. Jeder Gong aus östlicher Herstellung klingt anders. Bei Gongs westlicher Produktion, z.B. Firma Paiste, ist es möglich, einen bestimmten Klang auf einem speziellen Gongtyp immer wieder zu erzeugen.

David Linder vergleicht in seinem Buch „Sternengesang“ den Herstellungsprozess eines Gongs mit dem Wandlungsprozess des Seins aus der Lehre der Elemente im chinesischen Denken:

„Das Metall für den Gong stammt aus der Erde. Feuer wandelt Erde zu Metall. Metall vom Hammer und Amboss formen gemeinsam mit der Hitze des Feuers das Metall des Gongs. Wasser und Luft kühlen das heiße Metall.“

Ich finde diesen Vergleich sehr treffend. Beim Spiel mit dem Gong verbindet man sich mit den Elementen. Wird selbst Element, wird selbst Gong.

Gongformen
Die unterschiedlichen Gongtypen lassen sich durch ihr Profil unterscheiden:

Flachgongs und mitteltiefe Gongs kommen zum Beispiel in Vorderindien, China oder Japan vor. Tiefe Buckelgongs findet man in Birma, Siam, Kambodscha, Indonesien oder Java.

Tam TamTam Tam
Flachgong mit Rand. Der Grundton gewinnt dadurch mehr an Gewicht, wirkt zentrierend, ist auch bei größerem Abstand noch deutlich wahrnehmbar und klingt lange nach. Entfaltet obertonreiche Klänge, die Tonhöhe ist unbestimmt

gong_02Feng Gong
Flachgong ohne Rand. Er entfaltet sich mit dunklem Grund- und feinen Obertönen, die sich im Gegensatz zum Tam-Tam-Gong nicht zentrierend, sondern mehr flächig ausbreiten. Dadurch wird ein Rauschen erzeugt, das diesem Gong auch den Namen “Wind-Gong” gab, die Tonhöhe ist unbestimmt.

 

 

Buckelgongs
Buckelgongs haben einen hervorgehobenen Buckel und einen tieferen Rand als Tam Tams. Dies verschafft diesen Gongs einen klar gestimmten Grundton. Bekannt sind sie aus den Gamelanorchestern in Indonesien, wo sie die Funktion von Moldieträgern haben.

Paiste-Gongs
Die Firma Paiste stellt Flachgongs ohne Schlagbuckel her. Es gibt unterschiedliche Gongtypen. Sie besitzen ein angenehmes, harmonisches Klangverhalten und große Soundvielfalt, klingen ausgewogen und haben ein komplexes Obertonverhalten.

Quellenangaben:
David Linder, „Sternengesang“
Christina Koller, „Der Gong“

 

Meine eigenen Gongsgong_gruppe
Eigene Gongs selbst herzustellen, diesen Prozess des Werdens bis zum Hören der ersten Klänge war eine wundervolle Erfahrung. In 2 Gongbauseminaren bei Christof Linhuber, Heidelberg, habe ich mir mittlerweile 5 Gongs geschaffen. Im dem Foto sind 3 davon in der oberen Reihe zu sehen.

Einen Artikel darüber können Sie dazu im Blog lesen.

Klangschalen

Geschichtliches
Der Ursprung der Klangschalen liegt vermutlich in der Himalaya-Region. Sie sind seit vielen tausend Jahren in Gebrauch. Es gibt wenig belegbare Kenntnisse über ihre ursprüngliche Verwendung. Vermutlich wurden sie als schamanische Objekte, für religiöse und rituelle Zeremonien in Tempeln und Klöstern, zur Meditation und Heilung oder auch als Alltagsgegenstände eingesetzt. Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich über den gesamten Asiatischen Raum.

In den 80-iger Jahren haben Asienreisende festgestellt, dass sich Klangschalen wunderbar zur Entspannung eignen. Mit der Zeit entwickelten sich bei uns die unterschiedlichsten Methoden für ihre Anwendung.
Immer mehr Menschen begeistern sich dafür. Heute finden sie in vielfältiger Weise Verwendung. Sei es in Musik- und Klangtherapie, bei Meditationen, im Wellness-Bereimeine Klangschalench, in Konzerten oder auch zu Hause. Oft fokussiert der langsam verklingende Ton einer Klangschale die Aufmerksamkeit von Kindern in Kindergärten oder Grundschulklassen und lässt sie so leichter zur Ruhe kommen.

Ihre Herstellung
Traditionell werden die Klangschalen aus Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn hergestellt. Daneben können Eisen, Blei, Quecksilber, Silber und Gold in geringen Anteilen enthalten sein. Es gibt auch Schalen aus Messing, Glas oder Kristall.

Jede Schale besitzt einen Grundton und je nach Spielweise und Klöppel bis zu 5 Obertöne. Ihr Klang enthält wegen der handwerklichen Bearbeitung und der Materialstruktur auch unharmonische und unregelmäßig verteilte Obertöne.

Bei einer manuellen Herstellung wird geschmolzenes Metall zu einer dicken Scheibe gegossen, je nach Größe 20-90 Mal erhitzt und nach Abkühlung gehämmert und getrieben. Spezielle Schmiedetechniken bewirken Form und Klang. In Nepal gibt viele kleine Manufakturen, die ihre eigene, traditionell gehütete, Rezeptur verwenden. Aber auch industriell gefertigte Klangschalen bieten eine gute Qualität.

Wie spielt man eine Klangschale an?
Eine Möglichkeit ist das Anreiben mit einem Reibeklöppel. Dadurch entsteht ein sich weit ausbreitender Ton, der lange im Raum „stehenbleiben“ kann. Reibt man unterschiedliche Klangschalen hintereinander an, entfaltet sich ein Vielklang aus Tönen und Obertönen.

Eine andere ist, sie mit Klöppeln anzuspielen. Im Handel gibt es verschiedene Ausführungen. Aus Holz oder Kunststoff. Mit Leder oder Filz ummantelt. Länge und Stärke sind auf die Größe der Klangschalen ausgerichtet. Ich selbst arbeite mit Marimbaphon-Klöppeln, die mit Wollfäden ummandelt sind. Dies ergibt einen weichen Anschlag. Bei Klangsitzungen arbeite ich mit 9 auf einander abgestimmten Klangschalen. Das Anschlag-Geräusch wird dabei nur wenig wahrgenommen. Dies ist für den Klanggast sehr angenehm. Andere Klöppel benutze ich für Klangerlebnisse oder bei Klangkonzerten.

Klangschalenklöppel

 

 

 

 

 

 

 

Wie kann ich eine Klangschale bei mir selbst anwenden?
Allgemein zur Entspannung und zum Erzeugen von Wohlbefinden.

Eine einfache Möglichkeit: die Klangschale in der flachen Hand halten, sanft und monoton anschlagen, hören und fühlen. Spüren, wie vielleicht die Vibration langsam durch den ausgesteckten Arm wandert und sich im Körper fortsetzt. Dem Nachklingen lauschen. Sich davon tragen lassen. Stille wahrnehmen …

Auf den Körper auflegen (ist auch schöne Partnerübung) und beobachten, wie es sich dort anfühlt. Dies kann eine Stelle sein, wo sich Verspannung oder Schmerzen bemerkbar machen oder eine andere, von der Du meinst, jetzt passt gerade eine Klangschale dorthin.

Manche Haustieren lieben den Klang, andere nicht, einfach ausprobieren. Wir hatten einen Hund (Schäferhundmischling). Ihm bekam Klang offensichtlich sehr gut. Nach jedem Klangtermin bei uns im Hause lag er tief entspannt und zusammengerollt in seinem Korb. Seine innere Ruhe war richtig spürbar.

Sehr angenehm ist es, wenn man eine nicht zu kleine Klangschale mit warmen Wasser füllt, dann eine Hand oder einen Fuß hinein hält und sanft oder auch kräftig anschlägt. Dies ist auch eine gute Möglichkeit, bei Verletzungen den Heilungsprozess zu unterstützen.

Eine ganz besondere Empfehlung: In die Badewanne mitnehmen. Wirkt sehr, sehr entspannend. Ich selbst genieße dies manchmal. Es ist einfach super.

Es gibt also viele Möglichkeiten. Die hier beschriebenen sind nur ein Beispiel der Anwendungsbereiche.

Wichtig ist, dass man achtsam damit umgeht und aufhört, wenn es zu viel wird.
Klangschalen wegen der hohen Materialspannung bitte nicht fallen lassen!

Hier ein kleines Soundbeispiel mit 6 meiner Klangschalen, wie ich es oft bei Klangerlebnissen für Gruppen spiele.

Ich wünsche allen Besitzern von Klangschalen viel Freude damit.