Gongs

Gongs beeindrucken nicht nur klanglich, sondern auch optisch. Sie besitzen eine geradezu magische Ausstrahlung. Viele Besucher meiner Klang-Events reagieren beeindruckt, wenn sie meine Gongs (Tam Tam und Feng-Gong, jeweils 1 m Durchmesser) erblicken.

Geschichte
Gongs gehören mit zu den ältesten Musikinstrumenten Südostasiens. Die genaue Herkunft ist wissenschaftlich nicht belegbar. Die Ursprünge lassen sich bis in 2. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen. Es wird vermutet (Jens Zygar, 1994), dass bereits in der Bronzezeit, also ab ca. 3500 v. Chr., die ersten klingenden Bonzeobjekte als Vorläufer von Gongs entstanden sind. China gilt nicht als Ursprungsland der Gongs. In offiziellen Dokumenten werde sie erst sein 300-500 n. Chr. erwähnt. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den gesamten südostasiatischen Raum. Von China, Tibet, Indien bis Japan, Java, Bali, Kambodscha und Vietnam.

Gongs wurden in Tempeln oder als Musikinstrument zu den unterschiedlichsten Zeremonien und Riten gespielt. Aus Indonesien sind die Gamelanorchester bekannt, die ganze Gong-Spiele einsetzen. Der Besitz eines Gongs galt als Zeichen von Wohlstand.

Gongs wurden aber auch bei den Römern und im griechischen Reich verwendet. Aus dem späten Mittelalter sind Signalgongs bekannt.

Einzug in die westliche Musikwelt hielten sie erst im 19. Jahrhundert. Komponisten der klassischen und auch modernen Musik verwendeten Gongs hauptsächlich um dramatische Effekte zu erreichen.

Etwa ab den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts begann man, den Gong als eigenständiges Instrument zu „bespielen“. Reine Gongkonzerte von Musikern wie Jens Zygar oder Johannes Heimrath können als Wegbereiter dafür gesehen werden.

Zunehmend finden sie auch Verwendung in der therapeutischen Arbeit, im Bereich von Meditation und Selbsterfahrung. Ähnlich wie bei Klangschalen sind ihre Verwendungsmöglichkeiten schier unbegrenzt.

Herstellung
Die traditionelle Herstellung erfolgte in Familien, die ihr Wissen von Generation zu Generation weitergab. Diese handwerkliche Tradition nimmt leider immer mehr ab.

Ausgangsmaterial ist eine flache Metallscheibe, entstanden durch einen selbst gegossenen Bronzeguss oder einer bereits fertigen Legierung aus einem metallverarbeiteten Betrieb. Diese Metallscheibe wird im Feuer bis zur Rotglut erhitzt und dann mit eisernen Hämmern bearbeitet. Mehrere Arbeiter schlagen in einem bestimmten Rhythmus auf den Rohling ein. Dabei kommt er immer wieder ins Feuer. Dies geschieht bei großen Gongs bis zu 150 Mal. Danach wird er poliert und verziert. Das Stimmen erfolgt durch gezieltes Hämmern auf den abgekühlten Gong. Hier kommt es auf die Erfahrung, Intuition und Feingefühl des Einzelnen an.

Die Stimmung eines Gongs verändert sich je häufiger er gespielt wird. Er entfaltet seine Kraft und Energie erst mit der Zeit. Jeder Gong aus östlicher Herstellung klingt anders. Bei Gongs westlicher Produktion, z.B. Firma Paiste, ist es möglich, einen bestimmten Klang auf einem speziellen Gongtyp immer wieder zu erzeugen.

David Linder vergleicht in seinem Buch „Sternengesang“ den Herstellungsprozess eines Gongs mit dem Wandlungsprozess des Seins aus der Lehre der Elemente im chinesischen Denken:

„Das Metall für den Gong stammt aus der Erde. Feuer wandelt Erde zu Metall. Metall vom Hammer und Amboss formen gemeinsam mit der Hitze des Feuers das Metall des Gongs. Wasser und Luft kühlen das heiße Metall.“

Ich finde diesen Vergleich sehr treffend. Beim Spiel mit dem Gong verbindet man sich mit den Elementen. Wird selbst Element, wird selbst Gong.

Gongformen
Die unterschiedlichen Gongtypen lassen sich durch ihr Profil unterscheiden:

Flachgongs und mitteltiefe Gongs kommen zum Beispiel in Vorderindien, China oder Japan vor. Tiefe Buckelgongs findet man in Birma, Siam, Kambodscha, Indonesien oder Java.

Tam TamTam Tam
Flachgong mit Rand. Der Grundton gewinnt dadurch mehr an Gewicht, wirkt zentrierend, ist auch bei größerem Abstand noch deutlich wahrnehmbar und klingt lange nach. Entfaltet obertonreiche Klänge, die Tonhöhe ist unbestimmt

gong_02Feng Gong
Flachgong ohne Rand. Er entfaltet sich mit dunklem Grund- und feinen Obertönen, die sich im Gegensatz zum Tam-Tam-Gong nicht zentrierend, sondern mehr flächig ausbreiten. Dadurch wird ein Rauschen erzeugt, das diesem Gong auch den Namen “Wind-Gong” gab, die Tonhöhe ist unbestimmt.

 

 

Buckelgongs
Buckelgongs haben einen hervorgehobenen Buckel und einen tieferen Rand als Tam Tams. Dies verschafft diesen Gongs einen klar gestimmten Grundton. Bekannt sind sie aus den Gamelanorchestern in Indonesien, wo sie die Funktion von Moldieträgern haben.

Paiste-Gongs
Die Firma Paiste stellt Flachgongs ohne Schlagbuckel her. Es gibt unterschiedliche Gongtypen. Sie besitzen ein angenehmes, harmonisches Klangverhalten und große Soundvielfalt, klingen ausgewogen und haben ein komplexes Obertonverhalten.

Quellenangaben:
David Linder, „Sternengesang“
Christina Koller, „Der Gong“

 

Meine eigenen Gongsgong_gruppe
Eigene Gongs selbst herzustellen, diesen Prozess des Werdens bis zum Hören der ersten Klänge war eine wundervolle Erfahrung. In 2 Gongbauseminaren bei Christof Linhuber, Heidelberg, habe ich mir mittlerweile 5 Gongs geschaffen. Im dem Foto sind 3 davon in der oberen Reihe zu sehen.

Einen Artikel darüber können Sie dazu im Blog lesen.

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Ein Kommentar zu “Gongs

  1. Pingback: Gong | drachengesang.com

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