Klangbehandlung

Sucht man im Internet nach Begriffen wie „Klangtherapie“, „Klangschalentherapie“, „Klangmassage“ oder ähnlichem, erhält man ein riesiges Angebot an Ergebnissen. Es gibt viele unterschiedliche Methoden für den Umgang mit Klangschalen.

Die Klangtherapie nach Walter Häfner® hat mich persönlich am meisten angesprochen.
Bei seinem System kommen 9 Klangschalen, unterschiedliche Gongs, Zimbeln, eine Tibetische Tempelglocke und ein Monochord zum Einsatz.
Der Klanggast liegt bekleidet auf einer Klangliege. 3 Klangschalen werden auf den Körper gelegt, 3 um den Kopfbereich (links und rechts und hinter dem Kopf). Analog um die Füße. Die Klangschalen werden in einer bestimmten Reihenfolge und Richtung angeschlagen.

Die Anwendung der Klangschalen und der übrigen Instrumente erfolgt nach einem festgelegten System. Dabei bleibt aber auch Raum für zusätzliches. Beliebt ist z.B. die Klangpyramide aus Kristallglas. Dieter Schrade aus Kreutzwertheim hat sie entwickelt. Sie ist ein ganz besonderes Instrument. Einen Artikel in meinem Blog darüber finden Sie hier.

Manchmal werde ich gefragt, ob ich denn immer gleich spiele. Was ja bei einem vorgegebenem System nahe liegen würde. Es ist aber jedes Mal anders. Warum? Intensität und Dauer unterschiedlicher Abschnitte unterscheiden sich. Viele Obertöne entfalten sich zu einem großen Klang-Raum. Jeder Ton geht mit uns in Resonanz. Mit dem Klienten und mir. Es ist ein Mitschwingen in vielen verschiedenen Ebenen und Bereichen.

Dieses Eingehen auf die gerade mögliche Spielweise ist vor allem bei den großen Gongs wichtig. Es gibt eine Phase in der ich improvisiere. Hier ist Zeit und Raum, für unterschiedliche Rhythmen und Intensität. Wichtig ist aber zu spüren, wie sanft oder wie kräftig sich die Gongs gerade jetzt entfalten dürfen. Durch den Rhythmusunterricht bei Rainer Rabus habe ich mir einen umfangreichen Fundus an Möglichkeiten dazu erarbeitet.

Sanftes Spiel entwickelt mit der Zeit eine große Energie, die manchmal wirkungsvoller ist, als der Sturm, den Gongs auch entfachen können. Es gibt Menschen, die sich gerne in solch einem Sturm von Klang und Energie befinden möchten und auch diejenigen, deren die sanfte Kraft gut tut.

Manchmal gibt es Situationen, wo ich das vorgegebene System verlasse, nach meiner Intuition die Klangschalen und Gongs klingen lasse und dann wieder zurückkehre.

Achtsamkeit, Behutsamkeit, Einfühlungsvermögen – diese Eigenschaften haben für mich einen hohen Stellenwert.

Die Methode nach Walter Häfner gefällt mir auch deshalb, weil verschiedenen Spielabschnitte unterschiedlich wirken. Gongs können tiefe Gefühlsschichten erreichen. Helle Töne der Klangschalen haben oft eine beruhigende Wirkung oder sorgen für Klarheit. Sphärische Klänge aus der Klangliege und dem Monochord lassen ein Gefühl des „Getragenwerdens“ erfahren.

Es ist eine berührende Erfahrung zu sehen, wie Menschen nach kurzer Zeit aussehen, als lägen sie schon Stunden im Tiefschlaf. Entspannt und ruhig. Als wäre die Zeit für einige Augenblicke stehen geblieben.

„Klang ist eine Hilfe gerade für uns Europäer, die wir von einer gewisse Reizüberflutung belastet sind. Diese Form der klanglichen Reduktion hilft uns, uns auf weniger einzulassen und somit zum Wesentlichen, zum inneren Wesenskern vorzustoßen.

Das Sich-Einlassen ist wesentlich. Sich-Einlassen bedeutet, ohne rationales Wenn und Aber eine Atmosphäre, einen Eindruck, einen Klang erst einmal kommentarlos auf sich wirken zu lassen und dann zu spüren und wahrzunehmen, was da in Bewegung gesetzt wird“
Aus „Klangtherapie“ von Dr. Otto-Heinrich Silber.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s