Archiv | September 2012

Klangschalen

Geschichtliches
Der Ursprung der Klangschalen liegt vermutlich in der Himalaya-Region. Sie sind seit vielen tausend Jahren in Gebrauch. Es gibt wenig belegbare Kenntnisse über ihre ursprüngliche Verwendung. Vermutlich wurden sie als schamanische Objekte, für religiöse und rituelle Zeremonien in Tempeln und Klöstern, zur Meditation und Heilung oder auch als Alltagsgegenstände eingesetzt. Das Verbreitungsgebiet erstreckte sich über den gesamten Asiatischen Raum.

In den 80-iger Jahren haben Asienreisende festgestellt, dass sich Klangschalen wunderbar zur Entspannung eignen. Mit der Zeit entwickelten sich bei uns die unterschiedlichsten Methoden für ihre Anwendung.
Immer mehr Menschen begeistern sich dafür. Heute finden sie in vielfältiger Weise Verwendung. Sei es in Musik- und Klangtherapie, bei Meditationen, im Wellness-Bereimeine Klangschalench, in Konzerten oder auch zu Hause. Oft fokussiert der langsam verklingende Ton einer Klangschale die Aufmerksamkeit von Kindern in Kindergärten oder Grundschulklassen und lässt sie so leichter zur Ruhe kommen.

Ihre Herstellung
Traditionell werden die Klangschalen aus Bronze, einer Legierung aus Kupfer und Zinn hergestellt. Daneben können Eisen, Blei, Quecksilber, Silber und Gold in geringen Anteilen enthalten sein. Es gibt auch Schalen aus Messing, Glas oder Kristall.

Jede Schale besitzt einen Grundton und je nach Spielweise und Klöppel bis zu 5 Obertöne. Ihr Klang enthält wegen der handwerklichen Bearbeitung und der Materialstruktur auch unharmonische und unregelmäßig verteilte Obertöne.

Bei einer manuellen Herstellung wird geschmolzenes Metall zu einer dicken Scheibe gegossen, je nach Größe 20-90 Mal erhitzt und nach Abkühlung gehämmert und getrieben. Spezielle Schmiedetechniken bewirken Form und Klang. In Nepal gibt viele kleine Manufakturen, die ihre eigene, traditionell gehütete, Rezeptur verwenden. Aber auch industriell gefertigte Klangschalen bieten eine gute Qualität.

Wie spielt man eine Klangschale an?
Eine Möglichkeit ist das Anreiben mit einem Reibeklöppel. Dadurch entsteht ein sich weit ausbreitender Ton, der lange im Raum „stehenbleiben“ kann. Reibt man unterschiedliche Klangschalen hintereinander an, entfaltet sich ein Vielklang aus Tönen und Obertönen.

Eine andere ist, sie mit Klöppeln anzuspielen. Im Handel gibt es verschiedene Ausführungen. Aus Holz oder Kunststoff. Mit Leder oder Filz ummantelt. Länge und Stärke sind auf die Größe der Klangschalen ausgerichtet. Ich selbst arbeite mit Marimbaphon-Klöppeln, die mit Wollfäden ummandelt sind. Dies ergibt einen weichen Anschlag. Bei Klangsitzungen arbeite ich mit 9 auf einander abgestimmten Klangschalen. Das Anschlag-Geräusch wird dabei nur wenig wahrgenommen. Dies ist für den Klanggast sehr angenehm. Andere Klöppel benutze ich für Klangerlebnisse oder bei Klangkonzerten.

Klangschalenklöppel

 

 

 

 

 

 

 

Wie kann ich eine Klangschale bei mir selbst anwenden?
Allgemein zur Entspannung und zum Erzeugen von Wohlbefinden.

Eine einfache Möglichkeit: die Klangschale in der flachen Hand halten, sanft und monoton anschlagen, hören und fühlen. Spüren, wie vielleicht die Vibration langsam durch den ausgesteckten Arm wandert und sich im Körper fortsetzt. Dem Nachklingen lauschen. Sich davon tragen lassen. Stille wahrnehmen …

Auf den Körper auflegen (ist auch schöne Partnerübung) und beobachten, wie es sich dort anfühlt. Dies kann eine Stelle sein, wo sich Verspannung oder Schmerzen bemerkbar machen oder eine andere, von der Du meinst, jetzt passt gerade eine Klangschale dorthin.

Manche Haustieren lieben den Klang, andere nicht, einfach ausprobieren. Wir hatten einen Hund (Schäferhundmischling). Ihm bekam Klang offensichtlich sehr gut. Nach jedem Klangtermin bei uns im Hause lag er tief entspannt und zusammengerollt in seinem Korb. Seine innere Ruhe war richtig spürbar.

Sehr angenehm ist es, wenn man eine nicht zu kleine Klangschale mit warmen Wasser füllt, dann eine Hand oder einen Fuß hinein hält und sanft oder auch kräftig anschlägt. Dies ist auch eine gute Möglichkeit, bei Verletzungen den Heilungsprozess zu unterstützen.

Eine ganz besondere Empfehlung: In die Badewanne mitnehmen. Wirkt sehr, sehr entspannend. Ich selbst genieße dies manchmal. Es ist einfach super.

Es gibt also viele Möglichkeiten. Die hier beschriebenen sind nur ein Beispiel der Anwendungsbereiche.

Wichtig ist, dass man achtsam damit umgeht und aufhört, wenn es zu viel wird.
Klangschalen wegen der hohen Materialspannung bitte nicht fallen lassen!

Hier ein kleines Soundbeispiel mit 6 meiner Klangschalen, wie ich es oft bei Klangerlebnissen für Gruppen spiele.

Ich wünsche allen Besitzern von Klangschalen viel Freude damit.

 

 

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